Mitleid ist kein guter Ratgeber!

Überlegungen zur Anschaffung eines Rollihundes

In den sozialen Medien sind Hilferufe mit gelähmten , angefahrenen oder verstümmelten Hunden an der Tagesordnung. Furchtbar sind die Bilder die uns erreichen, Tierliebhabern zerreisst es das Herz. Oft sitzen die Tiere in Käfigen, wenn sie Glück haben in ärztlicher Obhut. Dringend werden Familien gesucht und so erweicht man gerne das eine oder andere Herz. Kot und Urin könnten sie selbst absetzen wird da gesagt. Man zeigt Videos auf denen man sieht wie das Tier mit den Beinen strampelt und dies wird als Argument dafür benutzt daß das Tier gute Chancen hat mit professioneller Hilfe wieder laufen zu lernen. Fast jeder Besitzer eines gelähmten Tieres aus dem Ausland nahm es mit dieser Hoffnung zu sich. Auch bei meiner ersten Hündin die ich aus dem Ausland adoptierte hatte ich die große Hoffnung sie würde irgendwann mal wieder über die Wiesen rennen. Als sie dann bei mir zu Hause ankam war der Schock groß. Urin und Kot selbst absetzen zeigte sich darin daß sie beim über den Boden rutschen beides verlor und lange Schleifspuren auf dem Parkett hinterließ. Die Füße waren aufgerieben vom rutschen, der mitgelieferte Rolli eine Katastrophe. Die Fußbewegungen entpuppten sich als Spastik welche viele gelähmte Hunde zeigen und all meine Hoffnungen waren zunichte gemacht. Mein Glück damals war, im Nachhinein betrachtet, daß Arzt und Physiotherapeut realistisch waren und mich nicht als Goldesel benutzten. So wurde ich gefordert mich auf die Tatsachen einzustellen. Zu lernen wie man Inkontinenz „managt“ und nach einem geeigneten Rollwagen zu suchen, um meiner Hündin das Leben so mobil wie möglich zu gestalten. Mein „Glück“ war daß ich mich in diesen Hund so wie er war verliebt hatte und es sich um keine sogenannte „Mitleidsadoption“ handelte.

Und genau davor möchte ich hier warnen! Mitleid ist ein schlechter Berater! Wenn ihr Euch entscheidet ein gelähmtes Tier aufzunehmen dann stellt Euch auf „Worst Case“ ein. Den schlimmsten Fall. Daß das Tier Kot und Urin verliert, daß es nie mehr laufen wird. Wenn ihr für Euch entscheiden könnt die kommenden Jahre täglich zu putzen, oftmals mehrfach am Tag Kot und Urin wegzuwischen, bergeweise Wäsche zu waschen und Euch nicht ekelt, nur DANN entscheidet Euch für ein gelähmtes Tier. Es zu adoptieren und dann in einen Käfig oder Box wegzusperren um Euch die Arbeit zu erleichtern sollte niemals eine Option sein!

Nur wenn ihr bereit seid MIT einem behinderten Tier zu leben, Euch darauf einstellen könnt den Tagesablauf nach ihm zu planen, nur dann adoptiert ein behindertes Tier. Dasselbe gilt auch für Pflegestellenangebote! Sind die Tiere erst mal in Sicherheit wird die Vermittlung schwer. Retten wollen viele, die Konsequenzen für die  nächsten Jahre tragen wenige!

Bitte denkt genau nach. Euer Tier sollte niemals zur Last für Euch werden. Wer im Zusammenhang mit Rollihund von „Arbeit“ redet und „Verzicht“ sollte keinen adoptieren!

Lasst euch nicht überrumpeln mit traurigen Bildern und die Sache mit „kann Kot und Urin selbst absetzen“ vergesst einfach mal ;-) Kein gelähmter Hund meldet sich und ihr tragt ihn dann nach draußen um sein Geschäft zu machen...das bedeutet lediglich daß sie unkontrolliert verlieren.

Wer trotzdem über die Adoption eines gelähmten Tieres nachdenkt ist herzlich willkommen sich an uns zu wenden. Wir helfen und unterstützen gerne, vielleicht findet sich ein Rollihundbesitzer in Eurer Nähe der Euch die erste Zeit unterstützt und praktische Hilfe leistet. Wer auch nur bei einem angesprochenen Punkt schluckt und nachdenkt sollte es lassen. Zum Wohle des Tieres !

Anmerkung:

Der abgebildete Hund hat bereits 2013 seine Familie gefunden - das Bild dient der Aufmerksamkeit!

 

 

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